Sprechen ohne Kehlkopf

Im Alltag begegnet man hin und wieder Menschen, denen der Kehlkopf operativ entfernt werden musste.  Die Hauptursache für diese Operation (Laryngektomie) sind Kehlkopftumoren. Für deren Entstehen spielen Rauchen und starker Alkoholgenuss eine nicht unerhebliche Rolle, aber auch andere toxische Stoffe können mitwirken.

Verstehbares Sprechen ist nach der Kehlkopfentfernung nicht mehr möglich, denn ein normales Atmen ist nicht möglich und die Stimmbänder als Voraussetzungen für hörbare Lautbildung stehen nicht mehr zur Verfügung. Familiäre und soziale Kontakte werden durch diese Behinderung der Kommunikation und durch eine insgesamt veränderte Lebensweise stark belastet. Es stellen sich zunehmend psychosoziale Störungen bei diesen Menschen ein. Deshalb ist begleitend zur medizinischen Nachsorge bei einem HNO-Arzt eine logopädische Therapie mit psychologischer Betreuung unbedingt erforderlich. Das Erlernen bestimmter Techniken zur Hörbarmachung der Sprache ist das Ziel der langfristig angelegten Rehabilitation. Das kann einmal die Anbildung der körpereigenen Speiseröhrensprache (Oesophagusstimme) sein oder der Gebrauch elektronischer Sprechhilfen, die einen Summton für die Schallmodulation erzeugen. Ebenso werden operative Verfahren zur Stimmrehabilitation genutzt. Die wiedergewonnene Fähigkeit, hörbar sprechen zu können, ist eine Voraussetzung zur weitgehenden Normalisierung des Alltags, zur Vermeidung von Vereinsamung und ggf. zu einer möglichen beruflichen Tätigkeit. Rücksicht und Verständnis der Familienmitglieder und der Mitmenschen sind bei der Wiedereingliederung in das „normale Leben“ von ganz wesentlicher Bedeutung.