Näseln

Beim Sprechen wird das Klangbild durch eine bestimmte und von den Sprachlauten abhängige „Nasalität“ geprägt. – Im Deutschen besonders markant bei den Nasenlauten m, n, ng. Dazu kommen individuelle Unterschiede in der Ausprägung des nasalen Beiklanges.

Mit „Näseln“ (Rhinophonie) wird allgemein ein recht auffälliger und nasal deutlich veränderter Stimmklang bezeichnet.

Beim offenen Näseln (Rhinophonia aperta) klingt die Stimme übertrieben nasal, d.h., wie durch die Nase gesprochen. Dies ist oft mit der Fehlbildung von Sprachlauten gekoppelt, wobei besonders die Verschlusslaute (b/p, d/t, g/k) betroffen sind. Die Ursachen können organisch sein, z.B. ein angeborener Kiefer-/Gaumendefekten, oder das Näseln tritt erst später auf und ist funktioneller Art, z.B. bei Kindern nach Entfernung der Nasenpolypen oder bei einer ausgeprägten Gaumensegelschwäche.

Beim geschlossenen Näseln (Rhinophonia clausa) ist der Sprechklang dumpf und klingt nasal verstopft, ähnlich beim Schnupfen. Auch hier können organische oder funktionelle Gründe vorliegen.

Beim ausgeprägten Näseln sollte stets der HNO-Arzt die Ursachen abklären und die notwendigen Maßnahmen zur Beseitigung einleiten, die häufig mit einer Sprachtherapie gekoppelt sind. Bei Erwachsenen mit stärkerem „durch die Nase sprechen“ (offenes Näseln) genügt oftmals ein gezieltes sprecherzieherisches Training.