Adenotomie

Entfernung der Rachenmandel, volkstümlich Polypenentfernung im Kindesalter

Die vergrößerte Rachenmandel sitzt hinter der Nase, in dem für Sie ohne Hilfsmittel nicht einsehbaren Nasenrachenraum über dem Zäpfchen. Bei Kindern kann sie zu vielfachen Störungen im HNO – Bereich wie Mundatmung, Dauerschnupfen, Mittelohrentzündungen, Appetitlosigkeit, unruhigem Schlaf, fehlerhafter Zahn- und Kieferstellung u.a. führen.


Operationsverfahren

Durch den geöffneten Mund des Kindes wird in einer kurzen Vollnarkose die vergrößerte Rachenmandel möglichst vollständig entfernt. Dabei wird das Mandelgewebe an der Ansatzstelle abgeschert.


Komplikationsmöglichkeiten

Den Erfolg seiner Behandlung und ihre absolute Risikofreiheit kann kein Arzt garantieren. Die allgemeinen Gefahren operativer Eingriffe wie Infektionen, Überempfindlichkeitsreaktionen, Nebenverletzungen von Organen, Blutgefäßen und Nerven, sind bei der Rachenmandelentfernung aber vergleichsweise gering.

Eine Nachblutung ist sehr selten. Wenn sie jedoch auftritt, dann in der Regel in den ersten Stunden nach der Operation. Aus diesem Grund soll sich Ihr Kind nach der Operation möglichst 2-3 Stunden in unserer Praxis aufhalten, damit dann in einer erneuten Vollnarkose nachoperiert und die Blutung gestillt werden kann. In diesem Fall sollte Ihr Kind anschließend sicherheitshalber zur weiteren Beobachtung in ein Krankenhaus aufgenommen werden. Wie Sie sich bei der ebenfalls sehr seltenen Blutung zu Hause verhalten, entnehmen Sie bitte unserem Merkblatt „Ambulante Operationen“.

Durch den Reiz des Beatmungsröhrchens im Kehlkopf kann es in seltenen Fällen zu Verschwellungen der Stimmbänder kommen. Das ist dann u.U. mit Heiserkeit, bellendem Husten oder allmählich einsetzender erschwerter Atmung, die sich im Extremfall bis zu Atemnot und Erstickung steigern kann, verbunden. In der Regel lässt sich dieser Zustand mit einer Medikamentengabe rasch und anhaltend beheben.

Nach dem Eingriff können Sie eventuell feststellen, dass Ihr Kind noch „durch die Nase spricht“. Dies beruht darauf, dass das Gaumensegel durch die große Rachenmandel bisher nur geringe Bewegungen machen konnte und sich nach der Operation erst wieder an den Normalzustand angleichen muss. Wenn der nasale Stimmklang auch nach 4 Wochen noch fortbesteht, stellen Sie Ihr Kind bitte erneut in unserer Praxis oder bei dem überweisenden HNO – Kollegen vor. Dann müssten eventuell Übungen verordnet werden, andernfalls könnte das sogenannte „Näseln“ bestehen bleiben.
Nur in seltenen Fällen kann eine Rachenmandel so nachwachsen, dass sie erneut operiert werden muss.

Durch den unvermeidbaren Druck des Mundsperrers kann es, insbesondere bei vorgeschädigten Zähnen, zu einer Schädigung und zum Verlust von Zähnen kommen.
Es ist darauf hinzuweisen, dass eine Impfung gegen Kinderlähmung nicht 2 Wochen vor und nach der Operation stattfinden sollte; bei sog. Lebendimpfungen (z.B.: Masern, Mumps, Tuberkulose, Röteln) erhöht sich der genannte Zeitraum auf 4 Wochen vor und nach der Operation. Diese Angaben gelten nur für Impfungen, die komplikationslos abgelaufen sind.

Wie groß ist eigentlich eine Rachenmandel? Die Größe schwankt und ist abhängig vom Alter des Kindes und vom Reizzustand. Sie wiegt etwa 3 – 13 g.